Kunst

Kunst und Kreativität – Handwerk erleben
in der Weiterbildung und Familienbildung

„Und am Ende sind wir ja beide Idealisten und würden uns schämen, uns nachsagen zu lassen, dass die Dinge uns formen und nicht wir die Dinge.“
Friedrich Schiller an Wilhelm von Humboldt (zitiert nach Jean-Claude Lin in Kraftwerk Schiller, 2009)

In einer zunehmend von Medien dominierten Welt, wird der Mensch zum Bediener, d.h. er reagiert.
Der kreative, schöpferische Mensch hingegen ist Akteur/ Aktrice, ist Selbst-Gestalter.

Dem schöpferischen Menschen, der in jedem steckt, zur Entfaltung zu verhelfen, ist eine Bildungsaufgabe der Zukunft. Wird das kreative Potenzial in Erfahrungsräumen geweckt, geschult und durch Übung zur Fähigkeit, entwickelt sich der Mensch zum Gestalter im Künstlerischen, im Lebenspraktischen und Zwischenmenschlichen.

Ziel künstlerischer und handwerklicher Angebote für Eltern, Pädagogen und Interessierte ist es, die Sinneswahrnehmung zu fördern und eigene Gestaltungsmög- lichkeiten, aber auch Grenzen, praktisch zu erfahren. Das so errungene Bewusstsein für eine angemessene Form oder Handlung, das Empfinden für Harmonie und die in ihr enthaltene Heilkraft, aber auch das Vertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit sind wichtige Quellen für kompetente Erziehung.

Handwerkliche Tätigkeiten zeichnen sich aus durch rhythmische Wiederholung von Bewegungen und Übungen, sie stärken den Willen und fördern das logische Denken. Die Schulung der Feinmotorik ist bei der Intelligenzentwicklung von entscheidender Bedeutung (vergl. Piaget). Wenn Eltern und Kinder gemeinsam etwas tun, wird zum Einen eine sinnvolle Erfahrung gemacht und ein Produkt selbst hergestellt, zum Anderen die Beziehung zwischen Kindern und Eltern gestärkt: Erziehung ist Beziehung.

Auf diese Weise entstandene Filzbälle oder Specksteinarbeiten haben einen besonderen Wert im Familienalltag, aber auch die Sinnhaftigkeit des gemeinsamen Erlebnisses wird mit einziehen, so dass gemeinsame Bilder entstehen, es zu einem Kohärenzgefühl kommt, der entscheidenden Voraussetzung für Gesundheits- entstehung. (vergl. Dr. E. Schiffer)